Es ist vollbracht..

Manchmal braucht es tatsächlich ein bisschen länger.

So seit 2006 ungefähr. Da startete zumindest der erste Versuch, eine Homepage über unsere Arbeit „netzfähig“ zu bekommen. Das haben wir dann relativ schnell sein gelassen und uns lieber wieder den Hunden gewidmet!

Et memoriam: „grand old lady“ Laska – 17 Jahre voller Abenteuer

Canine Guardian“ begann um die Jahrtausendwende als Projekt zum Umgang mit canider Aggression, welches auf der „Resozialisierung durch wesensgerechten Aufgaben“ von verhaltensauffälligen Hunden im häuslichen Umfeld fußte. Wir nannten unsere wilde Truppe ursprünglich „Chaospack“ – jeder Hund mit seiner Geschichte, viele mit beeindruckender Menge an „Beißkerben“ an ihren heimischen Torpfosten. Zehn, fünfzehn, zwanzig als Dogwalker.. es war anspruchsvoll für Hunde mit defizitärer Sozialkompetenz. Aber auch ein grandioser Nährboden, um sich vom hysterischen Beißer, gestressten Panikhund oder sorglosen Raufer zu einem zuverlässigen Mitglied unserer Meute zu entwickeln!

Winter 2004 im Allgäu – das Chaospack „on Tour“

Wir waren auch dortmals schon „anders“:

Oft benötigt es eine ungewöhnliche Perspektive, um ein Stück weiter in den Nebel blicken zu können. Es ist keine Wertung gegenüber anderen – aber wohl ein Bekenntnis zu sich selbst.

Und das ist nicht einfach. Für niemanden.

Als ich vor nun mehr zwanzig Jahren da stand und voller Überzeugung behauptete, dass Aggression nicht destruktiv sein muss, ein Angriff nicht immer aus Angst geschieht und dass wir lernen können, Angriffe vorherzusagen, wenn wir ihr ureigenstes Wesen begreifen lernen… war Unverständnis und Ablehnung die Antwort darauf.

Natürlich: Damals zeigte sich das allgemeine Verständnis von Hundeverhalten anders als heute. Es fehlten wissenschaftliche Beweise. Sinnvolle Modelle, die komplizierte Zusammenhänge darzustellen vermochten. Die fehlende Vernetzung hat das kynologische Grundverständnis unflexibel werden lassen.

Aber die Quintessenz hat sich nie verändert. Sie lag nur verborgen.

Die „wilden Jahre mit der Meute“ mündeten ziemlich abrupt 2005 zur eher trockenen, formalen Ausbildung militärischer Gebrauchshunde: eine ganz neue Welt und Perspektiven, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

„Nick“ – von den vier oder fünftausend Hunden in den Jahren „Vorausbildung zum Dienstgebrauch“ sind doch einige in besonderer Erinnerung geblieben..

Was früher Rennorte in bitterer Kälte, alpine Verhältnissen, Survivaltouren und das Leben mit einer mehr oder minder „wilden Meute“ darstellte, wurden die Exkursionen nach Belgien und in die Niederlande: mich hat der Ursprung der „KNPV Working Dogs“ so fasziniert, dass ich ihnen meinen gesamten Lebensinhalt widmete.. Die virtuose Expertin Yvonne Krämer besaß zur damaligen Zeit national als einzige Frau die Ausbildungskennzeichen für „Pakwerk“ und die Lizenz zum Trainer. Sie hat mir über gut acht Jahre Einblicke in die Welt der KNPV und von grundsolider, fairer Ausbildung der härtesten Arbeitshunde der Welt verschafft, die vielen ausländischen Besuchern dieser Szene verschlossen bleiben.

Das beweist einmal mehr, wie wichtig die Qualitäten eines Ausbilders für die Zukunft eines Handwerks sind..

PHV „Gennep“ in Eindhoven, NL

Meine „Herzenshund“ ist und bleibt der holländische Schäferhund:

Schon während der Bundeswehrzeit sind mir die gestromten Gesellen aufgefallen, die vielen „zu misstrauisch“, „zu schwierig“, zu „wehrbehaftet“, „zu spaßbefreit“ waren und immer wieder für Beißunfälle sorgten – was Streifen hat, ist potentiell gefährlich, schwer ausbildbar und unzuverlässig. Und wie sie behandelt wurden, so haben sie sich auch benommen..

Tatsächlich sind Herder in ihrer gebrauchstüchtigen Form ein wenig anders gelagert als der belgische Schäferhund. Respektiert man diesen kleinen Unterschied, wird aus dem kampflustigen, widerborstigen Rebellen schnell ein energischer, über alle Maßen kooperativer Arbeitshund, der oft ernsthafter in seiner Pflichterfüllung auftritt als der belgische Kollege.

Boris Hollander’s Skadi – mehr „KNPV“ in einem Hund geht nicht!

Wenn man tagein, tagaus nur Hunde abrichtet und sich damit befasst, wie sich „wesensgerechte Ausbildung“ für verschiedene Hundetypen und verschiedene Aufgabenbereiche realisieren lässt, kommt man irgendwann zu der Frage:

Wie lassen sich die Erkenntnisse in eine Sprache übersetzen, von der andere Menschen profitieren können?

Für Wissensvermittlung benötigt man Systeme, die für andere Menschen mit verschiedenen Erfahrungen, anderen persönlichen Perspektiven und oft deutlich abweichender Basisausbildung erlernbar sein müssen.

Und erst das macht einen guten Hundetrainer zu einem guten Ausbilder für Hundeführer.

Ruud Broeders 2015 in Stuttgart: Ein integraler Bestandteil seiner Ausbildung richtet sich auf „Safer Sport“ – dazu gehört auch, beschädigte Arbeitsmaterialien wie dieser Hetzarmbezug frühzeitig zu wechseln, um das Verletzungsrisiko zu mindern.

Im Jahre 2015 bin ich durch einen dieser grandiosen „Zufälle“ dem niederländischen Lehrhelfer Ruud Broeders begegnet, der international bekannt ist für seine ungewöhnliche Fähigkeit, Helferarbeit auf verschiedenste Hundetypen einzustellen. Nicht nur, dass sich dadurch ganz neue Kontakte und Herausforderungen in den niederländischen IGP-Sport ergaben: der mit ihm zusammen durchgeführte Helfer-Workshop in Stuttgart hat mich dazu inspiriert, mich an den Lehrsystemen von Kampfsportlern zu orientieren. Seine aus der Didaktik langjährigen Kampfsporttrainings aufgebaute Wissensvermittlung hat die gesamte Helferausbildung der Niederlande maßgeblich beeinflusst.

Auch für mich war das ungewöhnlich – ich bin gelernte Fachkraft für Schutz und Sicherheit, seit meiner Jugend mit militärischem „Close Combat“ vertraut – aber ein sportliches Interesse daran fehlte bislang. Also benötigt es die Zusammenarbeit mit jemandem, dessen Erfahrung und pädagogisches Können flexibel genug ist, um diese beiden Disziplinen zu vereinen.

Diese Aufgabe ist nicht einfach.

Wie im Hundesport tummelt sich in der Kampfsportszene Unmengen an Scharlatanen und Blender. Meist geht es dabei um die Erhöhung des Selbstwerts auf Kosten von Hunden und Mitmenschen. Auch das sind Erfahrungen, die sich nicht gänzlich vermeiden lassen. Konstruktiver Umgang bedeutet jedoch, aus Rückschlägen für die Zukunft zu lernen.

Die Antwort darauf?

Die „Union“ ist ein bundesweit vernetzter Dachverband für Center, in denen das israelische Selbstverteidigungssystem nach höchsten qualitativen Ansprüchen vermittelt wird: ideal für mein Projekt, was Selbstschutz im Hundetraining betrifft.

Seit 2016 haben wir durch die Veranstaltungen mit Gerd Billmann zusammen mit dem belgischen Ringsportverein „Canin Dog’s World Dri LâK“ einen soliden Trainingspartner für Events und internationale Veranstaltungen gewonnen, in der Conny Munz mit ihren über vierzig Jahren Erfahrung im Arbeitshundebereich für die Ausbildung sorgt. Frauenpower, wie sie ganz nach unserem Geschmack ist!

Auch das „Hundehaus Harzkopf“ in Dillenburg mit dem Polizeihundeausbilder und Sachverständigen Volker Sirvend unterstützt uns in dienstlichen Belangen – schließlich ist und bleibt Hundesport ein Arbeit durch und mit harmonischen Teams und lebt von gegenseitiger Unterstützung

In den Niederlanden ist es die „Hondendressuurgroup Brabant“ in Waalre, Eindhoven und „MD Policedogs“ mit dem Arbeitshundezwinger „van Valesca’s Home“.

Und mit dem deutschstämmigen Amerikaner Armin Winkler und seinen im behördlichen Bereich angesiedelten Rivanna K-9 Services reicht das Netzwerk bis über den „großen Teich“, um sich in der Gebrauchshundeausbildung fundiert auszutauschen.

Vor ein paar wenigen Jahren wäre eine Kooperation auf so umfassender Ebene für mich undenkbar gewesen.

Vor ziemlich genau sechs Monaten war mit Jan Krienke zum ersten Mal ein Krav Maga Instructor bei den „BEAST GAMES“ dabei – und damit kam der Stein ins Rollen, der immer noch rollt, mittlerweile zu einer ausgewachsenen Ereignislawine wurde und dazu führte, dass wir diese Homepage auf die Beine gestellt haben!

Bunkerdog’s Havoc – der Veteran, der mich seit Ende 2007 durch die ganze Welt begleitet.

In diesem Sinne… viel Spaß beim Stöbern 😉